Corona-Tagebuch
Mai 2020




Sonntag, 31. Mai 2020

Die Dummheit mancher Mitbürger
Und die fehlende Dankbarkeit


Sechs Wochen lang gab es jetzt keinen Tagebucheintrag. Ich wusste einfach nicht mehr, was ich schreiben sollte. Das Ding ist: natürlich sind die Zahlen der Toten erschreckend. Aber niemand in meinem Bekannten-, Freundes- und Verwandtenkreis kennt jemand in seinem direkten Umfeld, der erkrankt ist oder war. Deshalb hat bei vielen - einschließlich mir - Corona irgendwie seinen Grusel verloren. Corona ist Alltag. Wir haben uns an das Leben mit dem Virus gewöhnt.


Die Situation, in der wir uns jetzt befinden, ist paradox: durch die sehr gute Arbeit unserer Regierungen und Wissenschaftler kamen wir im weltweiten Vergleich bisher sehr gut davon (Danke an dieser Stelle an die Bundes- und Landesregierung(en) für ihre gute Arbeit!). Die Tatsache jedoch, dass Corona bei uns bisher vergleichsweise wenig Schaden anrichtete, führte zu einer allgemeinen Corona-Desensibilisierung der Menschen und spaltete sie in zwei Lager: Auf der einen Seite das Lager der intelligenteren, die den geringen Corona-Schaden auf die gute Arbeit der Regierungen zurückführen und dankbar sind. Auf der anderen Seite das Lager der Blödköpfe, die, wie üblich, nicht über ihren Tellerrand (also in diesem Fall über die Alpen nach Italien) gucken können, die den geringen Corona-Schaden bei uns - mit welchen dümmlichen Begründungsversuchen auch immer - als selbstverständlich ansehen und die, statt Dankbarkeit zu zeigen, den Regierungen unverhältnismäßiges Vorgehen vorwerfen.

Natürlich ist der wirtschaftliche Schaden, den die Corona-bedingten Maßnahmen der deutschen Bundes- und Landesregierung(en) mit sich bringen, enorm. Viele Generationen nach uns werden noch daran zu beißen haben. ABER: das ist doch nicht nur bei uns, sondern fast überall auf der Welt so! Fast alle Regierungen auf der Welt haben sich zu Maßnahmen entschlossen, die in ihren Ländern enormen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Und Entscheidungen, die dem eigenen Land Schaden zufügen, weil sie die eigene Wirtschaft im weltweiten Vergleich zurückwerfen, trifft keine Regierung leichtfertig. Wenn sich fast alle Regierungen weltweit angesichts einer Krise gezwungen sehen für ihre Wirtschaft schädliche Maßnahmen zu ergreifen und wenn diese Maßnahmen weltweit auch noch alle sehr ähnlich sind, dann kann man getrost davon ausgehen, dass dieses Vorgehen der Regierungen schon irgendwie Sinn macht ...

Für die Blödis also, die es nicht kapieren wollen: Unsere Bundes- und Landesregierung(en) haben gemacht, was fast alle anderen Regierungen auf der Welt auch gemacht haben. Ihnen daraus einen Strick zu drehen, ist dumm. Und ebenso undankbar. Denn die staatlichen Unterstützungen, die unsere deutsche Bevölkerung und unsere deutschen Wirtschaftsbetriebe während der Corona-Pandemie erhalten haben, sind vermutlich ziemlich einzigartig auf der Welt. Klar, einige mussten Federn lassen und der Schuldenberg ist wieder enorm gewachsen. Trotzdem werden wir Deutschen zukünftig aber immer noch viel, viel besser dastehen, als die allermeisten anderen Länder. Hört also endlich auf rumzumeckern und seid dankbar!






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