Corona-Tagebuch
von Holger Tuttas



Covid-19, Coronavirus SARS-CoV-2, kurz: Corona.

Das eklige kleine Ding hat in relativ kurzer Zeit bereits zig Tausend Menschen dahingerafft hat und die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Und ja, es macht auch mir Angst. Große Angst!

Denn: wie geht's weiter? Werde auch ich krank? Wenn immer mehr meiner Auftraggeber dicht machen, bekomme ich dann überhaupt noch Aufträge? Kann ich meinen Laden am Laufen halten oder muss ich zukünftig von meinen Ersparnissen leben und werde schließlich sogar pleite gehen? Werde ich womöglich sogar sterben? Ich gehe davon aus, dass den meisten von uns solche Gedanken nicht fremd sind ...

Da "sich etwas von der Seele schreiben" bekanntermaßen funktioniert, habe ich am Donnerstag, dem 12. März 2020, beschlossen ein Corona-Tagebuch zu führen. Am Freitag darauf habe ich entschieden mein Tagebuch öffentlich zu machen. Denn es ist offensichtlich, dass auch andere große Angst haben. Und getreu dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid" kann ich mit meinen Gedanken vielleicht etwas zur Linderung der Angst anderer beitragen. Du bist nicht allein. Diese Erkenntnis machte zumindest mir bisher in unguten Zeiten immer Mut ...

Ich wünsche allen Menschen Kraft. Überall auf der Welt arbeiten Wissenschaftler mit Hochdruck an Heilmitteln und Impfstoffen. Bis dahin heißt es: "Durchhalten!"

Die Blödies unter uns bitte ich sich an die Empfehlungen der Regierungen und Gesundheitsorganisationen zu halten. Denn weil einige sich nicht an Regeln halten, müssen alle leiden. Das kann nicht lange gut gehen ...

Bleibt gesund!

Euer
Holger Tuttas


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Freitag, 13. März 2020

Überall leere Regale – wie im Krieg
Und die ersten Kriegsgewinnler ...


Durch die Hamsterkäufe mancher Menschen leeren sich die Regale in den Supermärkten. Für mich ein äußerst beklemmender Anblick. Denn so muss es wohl auch in Kriegszeiten aussehen. Und genau wie in einem Krieg werden auch die ersten "Kriegsgewinnler" bekannt:

Wie ein 24-Jähriger mit Mundschutzmasken Millionen macht (bento)

Mein spontaner Gedanke: Wie man auf Youtube überall sehen kann, sind viele Jugendliche heute "durchkommerzialisiert", also an das kapitalistische System bestens angepasst. Wie kommt solch eine Nachricht also wohl bei heutigen Jugendlichen an? Sind Typen, die Notsituationen ausnutzen, heute womöglich Helden und/oder Vorbilder? Irgendwie ein (weiterer) gruseliger Gedanke ...






Montag, 16. März 2020

Kratzen im Hals und Klopapier alle ...
und der Unterschied zwischen Deutschen und Franzosen


Shit, heute Morgen habe ich ein leichtes Kratzen im Hals – ich werde doch wohl nicht ... ? Spannend, wie ich bereits auf Mini-Symptome anspringe ... Jetzt aber mal keine Panik und abwarten.

Mein Klopapier geht zur Neige. Und in den Medien kursieren diverse Nachrichten, dass die Deutschen wie blöd Klopapier hamstern und dieses dadurch inzwischen überall ausverkauft sei.

Tatsächlich, als ich heute Klopapier kaufen wollte, bei Aldi, bei dm, bei REWE, bei LIDL und bei der METRO überall das gleiche Bild: leere Regale. Klopapier: Fehlanzeige. Das gleiche Bild bei Desinfektionsmitteln.

By the way: ich entwickle bereits eigene Anti-Corona-Strategien. Heute ist mir bewusst geworden, was man alles beim Einkaufen anfassen muss. Deshalb habe auch ich jetzt angefangen zu hamstern: Einmal-Handschuhe. Diese liegen ab sofort griffbereit auf dem Beifahrersitz meines Autos.

Was mache ich jetzt, wenn ich wochenlang kein Klopapier bekomme? Gott sei Dank habe ich nette Nachbarn. Die gegenseitige Klopapier-Aushilfe ist vereinbart und die Versorgung damit zukünftig wohl gesichert! :-)


Der Unterschied zwischen Deutschen und Franzosen laut dem französischen Kabarettisten "Alfons" in SWR1: "die Franzosen kaufen Rotwein und Kondome, die Deutschen Klopapier". :-)






Dienstag, 17. März 2020

Corona-Partys ...
oder: wie blöd und ignorant kann man sein?


Cool, das Kratzen, das ich gestern im Hals hatte, ist heute wieder weg – puhhh ...


Gerade bin ich von der Arbeit heim durch die Günther-Klotz-Anlage (für Nicht-Karlsruher: Parkanlage im Südwesten von Karlsruhe) geradelte und mich traf fast der Schlag: da saßen lauter Grüppchen von Jugendlichen rum oder spielten Volleyball und hatten Spaß. Hurra, keine Schule! Party! Hä? Seit Tagen wird uns rund um die Uhr erklärt, dass wir soziale Kontakte weitgehend meiden sollen. Warum ignorieren die das alle?

Der Gedanke, dass wegen weniger Deppen alle demnächst eine Ausgangssperre bekommen werden, macht mich sauer und ich schreibe einen Leserbrief an die Badischen Neusten Nachrichten:

"Zweck der drastischen Maßnahmen wie Schließung von Schulen und Betrieben ist eigentlich, dass die Menschen weitgehend soziale Kontakte und damit die Verbreitung des Corona-Virus vermeiden. Wie heute in der Günther-Klotz-Anlage zu sehen war, wird das Gegenteil praktiziert: hurra, wir haben frei, es ist tolles Wetter, wir machen Party in der Klotze! Liebe Leute, da Ihr's leider (wieder mal) selbst nicht blickt, hier (wieder mal) eine Warnung von mir: unser Ministerpräsident sagte heute, dass eine Ausgangssperre im Moment nicht vorgesehen sei. Wenn aber die Schließung von Schulen und Betrieben sinnlos ist weil sich die Menschen dann im Park treffen, was glaubt Ihr wohl, was dann in Kürze passieren wird? Richtig, die Verhängung einer Ausgangssperre. Und darunter leiden dann alle. Nicht gut. Gell?"






Mittwoch, 18. März 2020

Hurra! Klopapier! Hat Corona auch was Gutes?
Und die Ansprache der Bundeskanzlerin


Heute ist es mir gelungen bei dm eine Packung Klopapier zu kaufen. Yeah! Interessant: ich hatte bisher noch nie Glücksgefühle beim Klopapierkauf. :-) Lernen wir konsumverwöhnten Menschen wieder etwas Bescheidenheit und uns über kleine Dinge, wie das Ergattern einer Packung Klopapier, zu freuen? So könnte man Corona tatsächlich auch was Gutes abgewinnen ...


Am Abend die Ansprache der Kanzlerin. Ich geb's zu: ich war ergriffen! Einfach deshalb, weil ich BEgriffen habe, dass die Kacke wirklich arg am dampfen sein muss, wenn sich Bundeskanzler(innen) neben Ihren sonstigen Ansprachen zum Jahreswechsel außerfahrplanmäßig ans Volk richten ...

Da nun auch der Kanzlerin die Blödies aufgefallen sind, wie ich sie gestern in der Günther-Klotz-Anlage gesehen habe und da lustigerweise heute MEIN Begriff "Corona-Partys" auch schon überall durch die Medien geistert, braucht es meinen Leserbrief nicht mehr. Ich habe die BNN angerufen und ihn zurückgezogen.

Die Frage nun: die Ansprache der Kanzlerin war ein deutlicher Schuss vor den Bug. Werden es die Blödies jetzt endlich begreifen, dass sie ihre sozialen Kontakte reduzieren müssen?






Donnerstag, 19. März 2020

Neue Corona-Strategie
und ein Sechser im Lotto!


Ab sofort stinke ich! Und zwar nach Knoblauch. Denn: diversen Studien zufolge soll Knoblauch antiviral wirken. Ich habe also vor ab sofort jeden Tag mindestens zwei Zehen rohen Knoblauch zu verputzen. Schaden kann es sicher nicht. Und da man ja eh zwei Meter Abstand wahren soll, muss ich mir um die Geruchsbelästigung, die ich ab sofort darstelle, eigentlich auch keinen Kopf machen. Vielleicht sogar gar nicht schlecht: wer mich nicht riechen kann, steht eindeutig zu nah bei mir! Knoblauch als Abstands-Indikator. :-)

Auch frischer Ingwer und Zitronenmelisse sollen antiviral wirken. Auch die beiden baue ich jetzt in meinen regelmäßigen Speiseplan ein. Vielleicht hilft's ja ...


Heute hatte ich ein weiteres Einkaufs-Hochgefühl! Es war wie im Film. Kein Witz: Bei dm waren die Regale wie immer leer. ABER: ganz oben auf einem Regal stand ein einsames Sagrotan-Fläschchen ... Ich legte natürlich gleich nen Zahn zu und hab das Fläschchen auch tatsächlich bekommen! Unsagbare Freude! Ein Hochgefühl wie Weihnachten, Geburtstag und Lotto-Gewinn auf einmal – wegen eines Fläschchens Sagrotan! :-)






Freitag, 20. März 2020

Shit: Mein Husten wird schlimmer!
... aber trotzdem mal keine Panik!


Mein Husten wird schlimmer. Natürlich neigt man in diesen Zeiten – zumal Husten ein typisches Corona-Symptom sein kann – gleich zur Panik ... ABER: auch meine Augen jucken wie blöd, was nun wieder überhaupt nichts mit Corona zutun hat. Ergo: Mein Kratzen im Hals am Montag, raue Lippen, Husten und juckende Augen sind typische Symptome einer Pollen-Allergie wie sie mich jedes Jahr im Frühling heimsucht und wie ich sie seit Jahrzehnten kenne. Von Fieber, dem – wenn ich das richtig mitbekommen habe – einzig wirklich verlässlichen Corona-Symptom, keine Spur. Also mal keine Panik. Ruhig Blut und wieder runterkommen ...

Fleißig weiter Knoblauch, Ingwer und Zitronenmelisse essen, Menschen meiden, viel Händewaschen UND: hoffen! :-)


Erkenntnisse dieser Woche:
1. Ruhe bewahren! Nicht jedes Kratzen im Hals ist Corona.

2. Tatsächlich scheint der regelmäßige Nachschub – auch mit Klopapier – gewährleistet zu sein. Man muss nur schneller sein als die anderen. :-)

3. Das Verhalten einiger Menschen ist beängstigend. Es sind ja nicht nur die "bösen" Jugendlichen, die im Park Party machen, im Fernsehen kann man überall auch fröhliche Erwachsene in Straßencafés sitzen sehen – von zwei Metern Abstand keine Spur. Wie kann das sein?

Nun, den Menschen werden seit Jahrzehnten von der Werbeindustrie Slogans wie "Hauptsache Ihr habt Spaß" oder "Warum macht er das? Weil er es kann!" eingehämmert. Das zeigt natürlich Wirkung. Kann man von derart manipulierten Menschen respekt- und verantwortungsvolles Handeln erwarten? Nö, kann man nicht. Das, was wir jetzt bei Corona erleben, ist nichts anderes als das, was wir seit Jahren im Straßenverkehr beobachten können: die Rücksichtslosen sind sich meist keiner Schuld bewusst. Schlimmer noch: wenn man sie wegen ihres Verhaltens belangt, fangen sie an zu heulen, fühlen sich ungerecht behandelt und beschweren sie sich über die "Bevormundung" durch den bösen Staat. :-(

Vielleicht hat auch hier Corona was Gutes und die Menschen fangen, wenn das große Sterben wie in Italien auch bei uns kommt, mal an nachzudenken ob ein möglichst dekadenter Lebensstil wirklich das erstrebenswerteste Ziel im Leben ist oder ob die Rückbesinnung auf "alte Werte" und das Wiedererlernen rücksichts- und respektvollen Verhaltens doch erstrebenswerter sind ...





Montag, 23. März 2020

In die Werkstatt trotz Corona ... !?


Vor etwa sechs Wochen habe ich die rechte Seitentüre meines Autos samt Außenspiegel geschrottet. Heute ist der Werkstatt-Termin.

In die Autowerkstatt trotz Corona? Dabei müssen mehrere Menschen mein Auto zwangsläufig anfassen … Sehr ungutes Gefühl. Andererseits: Die Werkstatt hat natürlich auch nur Notbesetzung und wer weiß, wann ich wieder einen Termin bekommen werde. Und wird die Situation in einem halben Jahr oder in einem Jahr besser werden? Werden die Reparaturkosten von ca. 2000 Euro wirklich direkt von der Werkstatt mit der Versicherung abgerechnet oder muss ich die vorstrecken? Es könnte sein, dass Corona meine berufliche Existenz bedroht. Dann wäre es natürlich Wahnsinn 2000 Euro von meiner Reserve in eine Autotüre zu investieren. Nach Abwägung und Klärung all solcher Fragen habe ich beschlossen, mein Auto in die Werkstatt zu bringen.

Zündschlüssel, Lenkrad, Handbremse, Schalthebel und alle Teile, die mir einfielen, die angefasst werden müssen, habe ich mit mehreren Lagen Frischhaltefolie umwickelt. Am Armaturenbrett habe ich einen Zettel mit der Bitte an die Service-Leute angebracht, nur Teile anzufassen, die unbedingt angefasst werden müssen.

In dem mir vom Autohaus zur Verfügung gestellten Ersatzfahrzeug habe ich bei der Übergabe (natürlich mit Handschuhen) erst den Schlüssel, dann am Auto alle Teile, die ich anfassen muss, desinfiziert.

Wenn ich bei der Abholung meines Wagens in ein paar Tagen und beim Entfernen der Folie wieder Einmalhandschuhe trage, und alle wieder freigelegten Teile anschließend zur Sicherheit noch mit Sagrotan abreibe, sollte die Gefahr gering sein. So mein Plan, meine Hoffnung …

Dickes Lob an das Auto-Haus (Auto-Krasser in Ettlingen): auch die Leute dort haben sich viele Gedanken über Corona gemacht und viele Vorkehrungen getroffen zu ihrer Sicherheit und der ihrer Kunden. Im Gespräch (natürlich mit mindestens 2 Metern Sicherheitsabstand) mit dem Werkstattleiter wurde deutlich: in diesem Jahr ist alles anders. Aber wir sitzen alle im selben Boot und die meisten von uns, egal ob kleiner Grafik-Fuzzy oder großes Autohaus haben ganz ähnliche (Existenz-) Ängste ...






Dienstag, 24. März 2020

Schlechtes Gewissen ...
und: Bärlauch gegen Corona ... !?


Heute Morgen bin ich mit schlechtem Gewissen aufgewacht, denn mein Gejammere der letzten Tage ist mir etwas peinlich. Vergleichsweise bin ich nämlich ziemlich gut dran! Dadurch, dass ich keinen direkten Kundenverkehr bei meiner Arbeit habe, KANN ich nämlich noch arbeiten, habe wenigstens noch kleine Aufträge und bei mir kommt wenigstens noch etwas Kohle rein. Wie geht es wohl den Kneipenwirten oder den Friseuren, die ihre Läden komplett dicht machen mussten und die nun schlagartig gar kein Einkommen mehr haben?

Ich machte gestern ne riesen Show wegen meines Autos, nur weil es von zwei oder drei Leuten in der Werkstatt angefasst werden muss. Wie geht es wohl all den Ärzt*innen(?), Pfleger*innen und Verkäufer*innen, die tagtäglich mit hunderten von Menschen zu tun haben müssen?

Ich habe keine Kinder. Bei mir ist es wunderbar ruhig. Wie geht es wohl all den Familien, deren Familienmitglieder nun womöglich monatelang rund um die Uhr zusammenhocken müssen und die sich zunehmend gegenseitig auf die Nerven gehen?

In meinem Alter gehöre ich zwar bereits zur Gruppe der stärker gefährdeten Menschen. ABER: ich bin noch weit entfernt von der Gruppe, die sich wirklich Sorgen machen muss! Wie geht es wohl all den alten Menschen, die wissen, dass, wenn sie's erwischt, Corona für viele von ihnen wahrscheinlich tödlich verlaufen wird ... ?

An dieser Stelle möchte ich mal meine Hochachtung für all diejenigen aussprechen, die in diesen fiesen Zeiten deutlich mehr leisten und leiden müssen, als ich! Und auch mal ein großes Lob an die, die sonst eher sehr selten gelobt werden: die Damen und Herren unserer Regierungen. Ich kann mir nur vage vorstellen, was die zur Zeit den ganzen lieben langen Tag lang quatschen, erleben und entscheiden müssen. Wenn ich die dann spät abends immer noch in Live-Interviews im Fernsehen sehe, fällt mir nur ein Wort dazu ein: Respekt!


Meine neue Idee zur Corona-Prophylaxe: Bärlauch! Wie letzte Woche berichtet, verputze ich neuerdings pro Tag zwei Zehen Knoblauch, da einige Inhaltsstoffe von Knoblauch ja antiviral wirken sollen. Am Wochenende hatte ich dann die Idee mit dem Bärlauch – schließlich soll der ja noch gesünder sein und wächst dazu noch gerade in Massen direkt vor unseren Haustüren. Die Recherche bestätigt meine Vermutung – der Verzehr von Bärlauch könnte Sinn machen:

http://www.wildundfrei.net/heilpflanzen/pflanzenmonografien/baerlauch-allium-ursinum/

Um nicht womöglich den Corona mit dem Fuchsbandwurm auszutreiben, rate ich von allen Bärlauch-Zubereitungen, die nicht erhitzt werden, also Pesto und dergleichen, ab! Hier meine ganz einfach zu bastelnde Lieblings-Bärlauch-Zubereitung, die ich vor vielen Jahren mal entwickelt habe:

Bärlauch-"Risotto" à la Tuttas

Zutaten:

  • eine 2/3-Tasse 6-Korn Mischung von Anatura
  • eine 1/3-Tasse Reis (ich nehme Wildreis oder schwarzen Reis)
  • Bärlauch
  • Olivenöl
  • gekörnte Brühe
  • Parmesan
Ich wasche die 6-Korn-Mischung und den Reis in einem Sieb kurz durch und gebe dann alles in einen Glas-Kochtopf bzw. -Auflaufform. Dazu drei Tassen Wasser. Dann das Ganze bei 200°C in den Ofen. Nebenbei: Das Reis-Kochen im Ofen hab ich mal im Fernsehen gesehen. Angeblich kocht kein Chinese – wie wir – Reis auf dem Herd, sondern alle tun das im Ofen. Nachdem ich das mal ausprobiert habe, koche ich Reis auch nur noch im Ofen.

Während das Korn-Reis-Gemisch im Ofen köchelt, wasche ich den Bärlauch und schneide ihn klein.

Nach 40 bis 50 Minuten ist das Wasser im Topf komplett in die Körner übergegangen. Keine Sorge: Durch die Ofen-Garung brennt trotzdem nichts an.

Den Bärlauch gebe ich in eine Tonschüssel. Darauf das heiße Korn-Reis-Geschmisch direkt aus dem Ofen. Dazu etwas gekörnte Brühe und viel Olivenöl. Das Ganze rühre ich dann gut um. Der Bärlauch fällt durch das heiße Korn-Reis-Gemisch zusammen, verliert aber nicht den Geschmack, wie es beim längeren Kochen der Fall wäre und ich bin eigentlich sehr zuversichtlich, dass die Pampe heiß genug ist, um jedem Fuchsbandwurm-Ei den Garaus zu machen.

Zur Sicherheit stelle ich die Portions-Schälchen, in denen ich die Pampe serviere, trotzdem nochmals für 3 Minuten bei voller Pulle in die Mikrowelle. Dann noch nach Gusto etwas Parmesan drüber streuen und ggfs. noch mehr Olivenöl drüberträufeln und: genießen! Wie gesagt: ganz einfach zu machen und ICH jedenfalls find's total lecker.

Dazu passt ganz wunderbar ein nicht zuuu trockener Rotein.






Mittwoch, 25. März 2020

Alle schauen so optimistisch in die Zukunft ...
und: ich huste immer noch :-(


Vielen Dank für die vielen netten Mails! :-) Eines hat mich verblüfft: dass ganz viele Menschen der Meinung sind, nach Corona wird alles anders oder gar besser. Ich wünsche mir das natürlich auch, aber ich bin da doch weit weniger optimistisch. Denn zwei Probleme bleiben:

1. Immer mehr Menschen bedeuten auch immer mehr Probleme und warum sollten die Menschen nach Corona aufhören sich zu vermehren? Eher das Gegenteil könnte passieren ... Ein Leser schrieb mir: "wenn jetzt alle Menschen zuhause sind: wird es Weihnachten 2020 wohl einen Baby-Boom geben?"

2. Nach Zeiten der Not wollen die Menschen vor allem eines: Spaß! Auf Zeiten der Not folgten immer direkt Zeiten der Maßlosigkeit und der Dekadenz. Das war in den 1950er-Jahren nach dem zweiten Weltkrieg so und das war auch so nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Ende der Unrechts-Regime im "Ostblock". Entsprechend war es immer mit dem Zusammenhalt der Menschen. Notzeiten schweißen die Menschen zusammen. Aber danach? Ich fand es immer völlig logisch und verständlich, dass viele Ossis "Ihre DDR" vermissen. Denn unter dem Unrechts-Regime in der DDR gab es einen Zusammenhalt unter den Menschen, den die "freien Menschen" nicht mehr brauchten.


Entsprechend, fürchte ich, wird es sich bei Corona verhalten. Solange die Bedrohung besteht, werden die Menschen bescheiden und demütig sein und zusammenhalten. Sobald Corona aber besiegt ist, werden die Menschen schnell wieder zur Spaßgesellschaft mit all ihren Egoist*innen und Narzist*innen zurückkehren. Zumal die (Werbe-)Industrie sicher alles daran setzen wird, die verlorenen Umsätze wieder reinzuholen ... Bescheidene Menschen bringen keinen Umsatz und sind daher in unserem System unerwünscht. Zu befürchten ist also, dass nach Corona eher noch mehr als bisher zur Maßlosigkeit und Dekadenz aufgerufen wird ... Hoffentlich irre ich mich!


Gefreut haben mich auch die vielen Rückmeldungen zu meiner Idee der Corona-Prophylaxe durch Knoblauch und Bärlauch. Aber – Oh Gott! – bin ich jetzt Schuld, wenn es in den Supermärkten bald keinen Knoblauch mehr geben wird und die Menschen in Horden in die Wälder einfallen und sich um den Bärlauch prügeln ... ?


Mein Husten wird nicht besser. ABER: auch nicht schlimmer! Da ich viel raus gehe (... natürlich allein!), draußen tollstes Wetter ist, viele, viele Birken blühen und starker Wind geht, ist der Pollenflug zur Zeit höchstwahrscheinlich ziemlich extrem. Entsprechend ebenso höchstwahrscheinlich ist mein Husten demnach Pollen-bedingt. Vor allem auch, weil ich mir das Joggen nicht verkneifen kann. Bewegung an der frischen Luft ist für mich einfach lebenswichtig. Und dabei pumpe ich mir natürlich Unmengen Pollen in die Lunge … Wahrscheinlich geht es vielen Allergie-Geplagten zur Zeit ähnlich. Also bleibt locker! Wie gestern Abend im Fernsehen wieder eine Ärztin sagte: in Deutschland werden Normalbürger nur auf Corona getestet, wenn sie starke(!) Atemnot UND hohes Fieber haben. Ich schreib’s mir jetzt auf und hänge es mir über’s Bett und zur Sicherheit auch noch über den Schreibtisch: Holger, solange Du kein Fieber hast: entspann Dich!






Donnerstag, 26. März 2020

Traumhafte Zustände ...
und: ja, ich hamstere jetzt auch


Gerade war ich einkaufen. Hatte was! Donnerstag Mittag und nichts los auf den Straßen. Vermutlich konnte man seit Jahrzehnten nicht mehr so entspannt Autofahren und vermutlich war die Luft schon ewig lange nicht mehr so sauber wie zur Zeit. Toll! Auch wenn ich in den Himmel schaue: kein Flugzeug weit und breit. Vermutlich wurde auch unsere Atmosphäre seit Jahrzehnten nicht mehr so wenig verdreckt, wie gerade. Wenn man dann noch bedenkt, was durch die Produktionspause der Unternehmen überall auf der Welt derzeit alles an Schadstoff-Emissionen eingespart wird, könnte man Corona fast dankbar sein ...

Aber zurück zum Einkaufen: so sehr die Fahrt zum Supermarkt zur Zeit auch Spaß macht, um so weniger macht es das Einkaufen selbst. Je mehr Menschen infiziert sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass mir ein solcher über den Weg läuft – oder er die Supermarktware vor mir begrabbelt. Daher habe ich beschlossen auch etwas(!) zu hamstern. Ich werde sicher keine Vorräte für die nächsten drei Jahrzehnte anlegen wie andere Zeitgenossen, aber immerhin so viele, dass ich nur noch drei oder vier mal im Monat zum Supermarkt muss. Das erscheint mir sinnvoll und richtig (außerdem fahre auch ich dann noch weniger Auto und die Luft wird NOCH besser! ).






Freitag, 27. März 2020

Corona-"Gewöhnung" bereits nach einer Woche?
und: warum kann hier nicht jeder seinen Senf dazugeben?


Gestern Abend bei der täglichen Corona-Informationsversorgung (Tagesschau+anschließende Sondersendung) musste ich feststellen, dass ich, trotz steigender Infektions- und Todesfälle, bereits nicht mehr so gebannt und fassungslos vor der Glotze sitze, wie noch vor einer Woche. Ist das jetzt bereits ein Gewöhnungseffekt? Stumpfe ich bereits ab? Oder ist das doch eher ein natürlicher "Selbstschutz-Automatismus"? Stetige Angst zermürbt und es ist gut vorstellbar, dass das menschliche Gehirn bei stetiger Bedrohung und Angst zeitnah eine Art Empfindungssperre aufbaut, um sich zu schützen ... So erklärt mein Hirn mir gerade, dass 24.082 Tote (Quelle: Johns Hopkins University, Stand: 26.03.2020) weltweit bei einer Weltbevölkerung von ca. 7.785.704.884 Menschen (Quelle: Countrymeters, Stand: 26.03.2020) bedeutet, dass zur Zeit von 324.000 Menschen einer stirbt. Einer von 324.000 Menschen klingt natürlich nicht wirklich beängstigend.

Aber, liebes Hirn, Deine Selbstschutzversuche in allen Ehren, am 20. März war es noch ein Mensch von 770.000 und am 13. März einer von 1,5 Millionen! Natürlich will ich keine unnötige Panik verbreiten, aber eine Abstumpfung kann fatale Folgen haben. Denn wer Angst hat, bleibt vorsichtig. Wer dagegen abstumpft, wird unvorsichtig. Daher halte ich es für sinnvoll, Dich liebes Hirn und all die Menschen, die bereits nach einer Lockerung der Corona-Maßnahmen schreien, auf folgende Statistik aufmerksam zu machen:

Entwicklung der weltweiten Zahl der Todesfälle aufgrund des Coronavirus (COVID-19) seit Januar 2020

Diese Kurve steigt weiterhin steil an! Erst wenn diese Kurve anfängt abzuflachen, DANN können wir eventuell etwas unvorsichtiger werden! Solange sie aber weiter steigt, ist es gut und richtig, dass wir Angst haben und diese unsere Angst behalten, denn dadurch bleiben wir vorsichtig!


Ein paar Leser haben gefragt, warum man hier nicht, wie in anderen Blogs üblich, seinen Senf dazugeben kann – zumal ich dadurch viel höhere Besucherzahlen hätte. Die Antwort ist ganz einfach: wem es ein echtes Bedürfnis ist mir eine Nachricht zukommen zu lassen, der wird mir eine Mail schreiben oder mich anrufen. Ich freu mich, wenn das, was ich hier verzapfe, den einen oder anderen interessiert, amüsiert, unterhält oder zum Nachdenken anregt. Mit all denjenigen jedoch, die die vielen Möglichkeiten im Internet seine Meinung zu hinterlassen hauptsächlich nur deshalb nutzen, weil ihnen langweilig ist oder weil sie sich auskotzen oder rumstänkern wollen, mag ich mich nicht rumärgern.


Highlights & Erkenntnisse dieser Woche:
1. Natürlich diskutieren wir Freiberufler die Tage viel über die staatliche Hilfe. Freund O. (um die 50) aus K. und ich kamen dabei zu der Frage, wie die Bedürftigkeit eigentlich geprüft wird? Wie viele Selbstständige halten sich jetzt wohl für bedürftig, weil sie die monatlichen Raten für Ihre völlig überdimensionierten Luxus-Firmenwagen nicht mehr zahlen können? Eine ähnliche Moral-Diskussion hatte ich mit Freund J. (auch um die 50) aus (einem anderen) K.: wir sind uns einig, dass wir nicht anderen miese Moral vorwerfen und dann selbst unmoralisch handeln können. Somit werden wir wirklich erst dann Hilfe beantragen, wenn wirklich gar nichts mehr geht!

2. Ich habe mir Anfang der Woche das erste Mal im Leben Gedanken über mein Testament gemacht. Natürlich musste ich lachen, als zwei ziemlich gleichaltrige Freunde/Kollegen mir erzählten, dass sie den gleichen Gedanken hatten ...

3. Meine Corona-Prophylaxe-Ideen haben viele Menschen zur Nachahmung angeregt! Freundin H. (gefühlte 45) aus K. recherchierte selbst weiter nach antiviralen Kräutern und regte noch die Verwendung von Thymian und Salbei an. Beide Kräuter kommen natürlich ab sofort in meinen täglichen Anti-Corona-Tee, der sich nunmehr aus den angeblich antiviral wirkenden Kräutern Zitronenmelisse, Thymian und Salbei sowie – für's Gemüt! – Lavendel und Johanniskraut zusammensetzt. Danke H. :-) !

4. Die schönste Stilblüte diese Woche im Radio: "Wegen Corona fällt der Blutritt am diesjährigen Blutfreitag aus" Äh, ja, danke Corona! :-)

Ich möchte diese Woche mit einem Spruch aus den HIV-Hochzeiten schließen: "Immer schön negativ bleiben!"






Montag, 30. März 2020

Wirtschaftsbetrieb Krankenhaus: Beatmung für den Meistbietenden?


Als Wirtschaftsunternehmen steht bei vielen Krankenhäusern nicht mehr der Patient, sondern der Gewinn, bzw. die Kostenminimierung im Vordergrund. In normalen Zeiten mag die Versorgung aller Patienten so gerade noch funktionieren. Die Corona-Pandemie zeigt jetzt jedoch, dass die auf Sparflamme arbeitenden Krankenhäuser echten Herausforderungen nicht gewachsen sind, denn es fehlt sowohl an Personal, als auch an Material.

Vor diesem Hintergrund kam mir am Wochenende ein (weiterer) unguter Gedanke: in Italien müssen Ärzte seit Wochen in Ermangelung ausreichender Mengen an Beatmungsgeräten tagtäglich entscheiden, wer beatmet wird und wer sterben muss. Nur mal angenommen ein Schwerkranker würde einem Krankenhaus jetzt 10000 Euro für die Versorgung mit einem der raren Beatmungsgeräte bieten – wie würde/müsste ein Wirtschaftsbetrieb auf solch ein Angebot eigentlich normalerweise reagieren … ?

Die Stimmen gegen den Privatisierungs-Irrsinn der letzten Jahrzehnte nehmen ja gerade wieder zu – hoffen wir mal, dass wir jetzt vielleicht wirklich was lernen und dass diese Stimmen nach Corona nicht gleich wieder leiser werden ...






Dienstag, 31. März 2020

Die Geschmacklosigkeit des Monats
Und: kein exponentieller Anstieg der Todesfälle mehr?


Eigentlich bin ich nicht sonderlich zimperlich und auch ganz selten nur politisch korrekt. Als heute Mittag in SWR1 aber "Spiel mir das Lied vom Tod" lief, war selbst mir das ne Nummer zu heftig. Ich dachte spontan: "Ach Du Scheiße, in Italien über 10000 Tote und die spielen das Lied vom Tod" ... Liebe Radiomacher, bei vielen Menschen liegen die Nerven blank. Heute begegneten mir gleich zwei, deren Verhalten kurz vor besorgniserregend war. Hallo? Bisschen nachdenken? Songs wie "Highway to hell", "Knocking on heavens door" und vor allem eben auch "Spiel mir das Lied vom Tod" kommen zur Zeit vielleicht irgendwie nicht so gut ...


Wenn ich die bereits letzte Woche auf Statista veröffentliche Grafik (Entwicklung der weltweiten Zahl der Todesfälle aufgrund des Coronavirus (COVID-19) seit Januar 2020) nicht falsch interpretiere, steigt die Zahl der Todesfälle – zumindest die letzten sechs Tage – nicht mehr exponentiell, sondern eher linear. Greifen die weltweiten Maßnahmen? Ein Hoffnungsschimmer?






Mittwoch, 1. April 2020

Das Ende des (eh völlig bescheuerten) Händeschüttelns?
Und: ich habe heute doch Soforthilfe beantragt


Wieder ein neuer Corona-Effekt: gestern sah ich im Fernsehen in einer Serie zwei Menschen, die aufeinander zugingen und sich die Hände schüttelten. Was in Zeiten vor Corona ein ganz normaler Anblick war, wirkt nach nur ein paar Wochen des gezwungenermaßenen ja-jeglichen-Körperkontakt-Vermeidens bereits ziemlich befremdlich. Tatsächlich zuckte ich lustigerweise sofort automatisch zusammen und mein Hirn sendete einen spontanen Impuls in etwa wie "huch, das geht doch nicht!". :-)

Mich nervt das blöde Händeschütteln ja schon seit Jahren. Denn wie bescheuert ist es eigentlich, sich – besonders im Winter, in der Erkältungszeit – ständig die Hand zu geben? Clevere Ärzte verweigerten das Händeschütteln schon immer. Nur bei den „Normalbürgern“ ist diese Denke irgendwie noch nicht angekommen. Die geben sich, weil’s ja Tradition ist, munter weiter die Hand und verbreiten Keime UND VIREN!

Aber vielleicht findet ja jetzt durch Corona auch hier endlich ein Umdenken statt. Aber bitte auch nicht die zur Zeit praktizierte Berührung mit den Ellbogen! Denn die mag ja gesundheitlich weniger bedenklich sein, sieht dafür aber völlig bescheuert aus.

Wie wär’s mit der japanischen Methode, einer einfachen, angedeuteten Verbeugung? Das ist eine ehrerbietende, stilvolle Geste, die durch den gewahrten körperlichen Abstand zudem noch gesundheitlich absolut unbedenklich ist!

Soweit das Wunschdenken … Mir ist schon klar, dass selbst Corona das seit – keine Ahnung wie viel – Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden gepflegte Prozedere des Händeschüttelns wahrscheinlich nicht abschaffen wird. Es besteht aber immerhin Hoffnung, dass Menschen, die auch nach Corona weiterhin keine Keime und Viren tauschen möchten, nicht mehr so schräg angeschaut werden, wenn sie das Händeschütteln verweigern.


Letzten Freitag hieß es auf der Seite des Wirtschaftsministeriums noch, dass vor der Beantragung des Zuschusses das Privatvermögen aufgebraucht werden muss. Das hat man dankenswerterweise zwischenzeitlich wieder geändert. Klar habe ich mir in den letzten zwei Jahrzehnten eine kleine Rücklage geschaffen. Da ich aber alles andere als "reich" bin, hab ich – nach zig Diskussionen mit Kolleg*innen – jetzt auch keine moralischen Bedenken mehr und habe den Zuschuss heute beantragt.

Tipp: Thema der letzten Tage im Kolleg*innenkreis war oft WAS man denn alles berechnen darf. Einige hofften ja, dass man nur seinen Einkommensverlust angeben müsse und den dann ersetzt bekommt. So ist es nicht! Ich hab heute mit mehreren Stellen telefoniert und mich schlau gemacht. Man kann tatsächlich NUR die regulären Betriebsausgaben und NICHT die Lebenserhaltungskosten berechnen!

Klar, wer gar kein Einkommen mehr hat, der braucht auch noch was zum Leben. Dafür ist dann aber nicht der Corona-Zuschuss gedacht, sondern dafür muss Arbeitslosengeld II beantragt werden. Bis einschließlich Juni können das ausnahmsweise jetzt auch Selbstständige. Angeblich sogar OHNE dass, wie sonst üblich, die Vermögenssituation geprüft wird. Wobei logischerweise vorausgesetzt wird, dass Antragsteller von ALG II von Natur aus keine Millionäre sind. :-)


Nachtrag: zwischenzeitlich gibt es auf der Seite der Agentur für Arbeit einen vereinfachten Antrag auf Grundsicherung (Arbeitslosengeld II):

https://www.arbeitsagentur.de/m/corona-grundsicherung/






Freitag, 3. April 2020

Einschränkung der Grundrechte?
und TIPP: Desinfektionsmittelquelle in Karlsruhe aufgetan!


Die ganzen Blödköpfe, die sich bereits nach einer Woche in ihren Grundrechten verletzt fühlen und behaupten der böse Staat schränke Ihre Freiheit ein, lassen gerade meinen Blutdruck steigen! Wahrscheinlich sind das die gleichen Typen, die ein Verbot der schwachsinnigen Raserei auf Deutschlands Autobahnen ebenfalls als Einschränkung ihrer Freiheit ansehen.

Liebe Blödies, ich glaub zwar, ich hab's schon mal irgendwo irgendwann geschrieben, aber ich schreib's gerne immer wieder: Gegen Menschen, die zu blöd sind einfache Zusammenhänge zu begreifen oder die aufgrund ihrer ach so dicken Eier nur zu egoistischem und nicht zu rücksichtsvollem Handeln fähig sind, muss der Staat zum Wohle aller Maßnahmen ergreifen. Das gilt für den Klimawandel und die Raserei auf Autobahnen genauso wie für die Corona-Pandemie.


Die meisten Menschen sind bekanntermaßen faul und fahren am liebsten direkt vor die Supermarkt-Türe. Diese Tatsache kann man sich derzeit zunutze machen! Denn wenn in den großen "Shopping-Centern", in denen man vom Auto zum Laden mehr als fünf Meter laufen muss, fast alle Läden dicht sind, geht da – nur wegen ein paar Drogerie-Artikeln – kaum noch jemand hin.

Wie mir Freund O. (fast 50) aus K. heute Morgen mitteilte, gibt es im großen, leeren ECE-Center in Karlsruhe einen einsamen Drogeriemarkt, der so schwach besucht sein soll, dass es dort tatsächlich noch Desinfektionsmittel gibt!

Ich also mittags zum ECE-Center. Das war schon ein fast gruseliges Erlebnis: Fast alle Läden dicht, es war entsprechend dunkel und einschließlich mir nur drei Nasen im riesigen Center. Und im oberen Stockwerk, tatsächlich: inmitten all der verdunkelten Läden ein einsamer, hell erleuchteter Müller-Drogeriemarkt! Und in dem Laden gab es tatsächlich neben Klo- und Küchenpapier auch Desinfektionsmittel – sowohl für Flächen, als auch für die Hände!

Apropos: Ich hab mich immer gefragt, ob die ganzen normal erhältlichen Desinfektionsmittel, bei denen auf dem Etikett angegeben ist sie seien "gegen spezielle Viren" wirksam, eigentlich Corona wirklich den Garaus machen ... ? Corona bildet. Heute habe ich viel über Desinfektionsmittel gelernt:

Warum Coronaviren Seife hassen (Neue Zürcher Zeitung)

Corona fällt also unter solch "spezielle Viren", gegen die die üblichen Mittel, bestehend aus Propanol und Ethanol (wie auch das, das es bei Müller im ECE-Center gibt), helfen.


Nachtrag: Ich hab mir abends die heute erworbenen Desinfektionsmittel noch mal genau angeguckt. Die Inhaltsstoffe des Flächenreinigers sind mit "Ethanol und 2-Propanol" und die des Handreinigers mit "70% Alkohol, enthält Ethylalkohol" deklariert. Es handelt sich offenbar um "Not-Produkte", wie sie jetzt überall organisiert und zusammengemixt werden. Der Flächenreiniger stammt von einer Chemie-Firma aus Berlin und stinkt nach Brennspiritus und der Handreiniger stammt aus Polen. Brennspiritus stinkt zwar, ist aber – wie ich ja jetzt gelernt habe – dadurch, dass er zu 97% aus Ethanol besteht, wohl gegen Corona wirksam. Das 70%ige Hand-Desinfektionsmittel hingegen ist eventuell nicht gegen Corona wirksam, denn 70% Ethylalkohol (=Ethanol) werden laut NZZ (s. Link oben) als Minimalkonzentration gegen Corona empfohlen. Korrekterweise steht auf dem Etikett auch nichts von "wirkt gegen spezielle Viren".






Samstag, 4. April 2020

Einfach nur dasitzen und den Glocken lauschen ...


Jeden Abend etwa um 19.30 Uhr läuten bei uns in der Weststadt von Karlsruhe die Kirchenglocken. Haben sie das schon immer getan? Ich gestehe: ich weiß es nicht.

Seit ein paar Tagen nun nehme ich dieses Geläut jedenfalls sehr bewusst wahr. Eigentlich bin ich kein sonderlich religiöser Mensch. Nun halte ich aber jeden Abend, wenn die Glocken erklingen, automatisch inne, unterbreche was auch immer ich gerade mache, setze mich aufs Sofa, schließe die Augen und lausche dem Klang der Glocken. Und: das tut gut! Danke!






Dienstag, 7. April 2020

Grüße aus Karlsruhe – Corona Edition


Die vielen U-Strab-Baustellen veränderten das Karlsruher Stadtbild. Quasi als Zeitzeugnis hab ich daraufhin 2013 die erste Grüße-aus-Karlsruhe-Postkarte, die "Baustellenkarte" entworfen und verlegt.

2020 veränderte ein anderes Ereignis wieder das Karlsruher Stadtbild: der Corona-Virus. Das Stadtbild 2020 hab ich jetzt erneut auf einer Grüße-aus-Karlsruhe-Postkarte festgehalten. Die "Coronakarte" ist ab sofort erhältlich: www.karlsruhe-postkarten.de

Corona-Postkarte Karlsruhe






Mittwoch, 8. April 2020

Bitte jetzt nicht auch noch Dürre!


Tolles Wetter? Nö! Ich mag Regen. Denn wenn's regnet, bleiben die Pflanzen grün. Umgekehrt: das, was wir jetzt immer öfter die letzten Jahre in Karlsruhe erleben konnten, dass es wochenlang nicht regnet und die Pflanzen sichtbar leiden, vertrocknen und sogar absterben, macht mich ziemlich fertig. Als Pilzesucher hab ich mal einen Wetterrückblick für den Raum Karlsruhe programmiert. Der bestätigt, was ich in meinem Garten sehe: der letzte nennenswerte Niederschlag war vor drei Wochen UND: auch die nächste Woche ist kein Regen in Sicht ... :-(

Der Frühling mit seinem saftigen Grün ist eigentlich meine Lieblingsjahreszeit. Muss ich mich daran gewöhnen, dass es bald kaum noch einen nennenswerten Frühling mehr geben und der Winter zukünftig direkt in den Sommer übergehen wird – mit trostlosen steppen- und wüstenähnlichen Zuständen hier in Karlsruhe?

Oh weh! Kriege, Flüchtlinge, Corona, Dürren ... Ich frag mich gerade wirklich, was wir Menschen eigentlich verbrochen haben ... Ist genau das vielleicht der Zweck der Übung?






Donnerstag, 9. April 2020

Vielen von uns geht's immer noch zu gut ...


Ein nettes Gespräch gestern mit einer Auftraggeberin ergab, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine stehe und dass anderen das Gejammere und Gemeckere der Menschen in diesem Land auch gewaltig auf den Zeiger geht! Millionen Menschen auf der Welt wünschen sich wahrscheinlich zur Zeit sie könnten in Deutschland leben und würden von staatlichen Hilfen und einem Gesundheitssystems profitieren, wie wir Deutschen es tun. Aber was tun viel von uns: sie beklagen, dass der Staat ihnen ihre Grundrechten beschneiden würde. Für mich ein deutliches Zeichen dafür, dass es einer Menge Menschen hier bei uns immer noch viel zu gut geht.

Nachtrag: ein zum Thema passender Artikel:

„New York Times“ erklärt die deutsche Ausnahme (welt)






Freitag, 10. April 2020

Mitleid mit der Art Mensch ... ?


Gestern Mittag saß ich erst unter einem und am Nachmittag unter einem anderen Kirschbaum. Dort passierte – rein gar nichts! Eigentlich sollte es in den in voller Blüte stehenden Kirschbäumen bei dem Wetter und den Temperaturen wie verrückt rumsummen. Aber da war eben – nichts! Ich hab gestern den ganzen Nachmittag über gerade mal zwei Bienen gesehen. Dafür aber mindestens ein Dutzend Menschen, die ihre Hunde mitten im Naturschutzgebiet frei herumlaufen ließen ...

Klar, Corona bedroht die Art Mensch. Wieviele Arten aber bedroht der Mensch? Der Mensch vermehrt sich ungehemmt immer weiter, drückt alle anderen Arten immer weiter zurück und rottet viele letzten Endes sogar ganz aus.

Ja, wahrhaftig, das vom Mensch der Natur und den anderen Arten zufügte Leid frustriert mich doch – deutlich! – mehr, als das, das Corona den Menschen bereitet.






Mittwoch, 15. April 2020

Corona-Gewöhnung Teil 2
und: Dank Corona nachmittags über die Rheinbrücke!


Am 27. März stellte ich bereits fest, dass ich während der 20 Uhr-Tagesschau lange nicht mehr so gebannt und fassungslos vor der Glotze saß, wie am Anfang. Zwischenzeitlich gucke ich sie kaum mehr. Was ich vor zwei Wochen befürchtet habe, ist jetzt eingetreten: ich hab mich wohl an Corona und die allabendlichen Schauer-Nachrichten gewöhnt ...


Unter der Woche Nachmittags noch mal schnell zu einer Mountainbike-Tour in den Pfälzerwald fahren? Das war bis vor ein paar Wochen angesichts der stets verstopften B10 völlig undenkbar. Dank Corona geht das jetzt ganz wunderbar. Ich bin heute das erste Mal im Leben nachmittags unter der Woche in die Pfalz gefahren. Nach einer halben Stunde war ich bereits in Birkweiler und eine weitere halbe Stunde später auf dem Berg! :-)






Sonntag, 31. Mai 2020

Die Dummheit mancher Mitbürger
Und die fehlende Dankbarkeit


Sechs Wochen lang gab es jetzt keinen Tagebucheintrag. Ich wusste einfach nicht mehr, was ich schreiben sollte. Das Ding ist: natürlich sind die Zahlen der Toten erschreckend. Aber niemand in meinem Bekannten-, Freundes- und Verwandtenkreis kennt jemand in seinem direkten Umfeld, der erkrankt ist oder war. Deshalb hat bei vielen - einschließlich mir - Corona irgendwie seinen Grusel verloren. Corona ist Alltag. Wir haben uns an das Leben mit dem Virus gewöhnt.


Die Situation, in der wir uns jetzt befinden, ist paradox: durch die sehr gute Arbeit unserer Regierungen und Wissenschaftler kamen wir im weltweiten Vergleich bisher sehr gut davon (Danke an dieser Stelle an die Bundes- und Landesregierung(en) für ihre gute Arbeit!). Die Tatsache jedoch, dass Corona bei uns bisher vergleichsweise wenig Schaden anrichtete, führte zu einer allgemeinen Corona-Desensibilisierung der Menschen und spaltete sie in zwei Lager: Auf der einen Seite das Lager der intelligenteren, die den geringen Corona-Schaden auf die gute Arbeit der Regierungen zurückführen und dankbar sind. Auf der anderen Seite das Lager der Blödköpfe, die, wie üblich, nicht über ihren Tellerrand (also in diesem Fall über die Alpen nach Italien) gucken können, die den geringen Corona-Schaden bei uns - mit welchen dümmlichen Begründungsversuchen auch immer - als selbstverständlich ansehen und die, statt Dankbarkeit zu zeigen, den Regierungen unverhältnismäßiges Vorgehen vorwerfen.

Natürlich ist der wirtschaftliche Schaden, den die Corona-bedingten Maßnahmen der deutschen Bundes- und Landesregierung(en) mit sich bringen, enorm. Viele Generationen nach uns werden noch daran zu beißen haben. ABER: das ist doch nicht nur bei uns, sondern fast überall auf der Welt so! Fast alle Regierungen auf der Welt haben sich zu Maßnahmen entschlossen, die in ihren Ländern enormen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Und Entscheidungen, die dem eigenen Land Schaden zufügen, weil sie die eigene Wirtschaft im weltweiten Vergleich zurückwerfen, trifft keine Regierung leichtfertig. Wenn sich fast alle Regierungen weltweit angesichts einer Krise gezwungen sehen für ihre Wirtschaft schädliche Maßnahmen zu ergreifen und wenn diese Maßnahmen weltweit auch noch alle sehr ähnlich sind, dann kann man getrost davon ausgehen, dass dieses Vorgehen der Regierungen schon irgendwie Sinn macht ...

Für die Blödis also, die es nicht kapieren wollen: Unsere Bundes- und Landesregierung(en) haben gemacht, was fast alle anderen Regierungen auf der Welt auch gemacht haben. Ihnen daraus einen Strick zu drehen, ist dumm. Und ebenso undankbar. Denn die staatlichen Unterstützungen, die unsere deutsche Bevölkerung und unsere deutschen Wirtschaftsbetriebe während der Corona-Pandemie erhalten haben, sind vermutlich ziemlich einzigartig auf der Welt. Klar, einige mussten Federn lassen und der Schuldenberg ist wieder enorm gewachsen. Trotzdem werden wir Deutschen zukünftig aber immer noch viel, viel besser dastehen, als die allermeisten anderen Länder. Hört also endlich auf rumzumeckern und seid dankbar!






Mittwoch, 10. Juni 2020

16 % Mehrwertsteuer


Zum 1. Juli wird die Mehrwertsteuer auf 16 % gesenkt. Einen direkten Vorteil für mich sehe ich da jetzt nicht. Im Fernsehen zeigten sich aber zum Beispiel Vertreter der Gastronomie-Branche begeistert. Na, dann gönne ich denen das doch gerne!

Ich erwarte auch nicht, dass die Unternehmen und Betriebe die Senkung der Mehrwertsteuer jetzt an mich weitergeben müssen. Ebenfalls sehr gerne dürfen die also meinetwegen den Vorteil als Coronahilfe für sich einstecken und die Preise gleich lassen.

Was das stets misstrauische Tuttas-Orakel jedoch befürchtet: Die Mehrwersteuersenkung gilt bis Ende des Jahres. Was wird wohl Anfang 2021 passieren, wenn die Mehrwertsteuer wieder auf die alten 19 % zurückgesetzt wird? Werden dann die stets cleveren Unternehmen alle ihre Preise erhöhen, wegen "der gestiegenen Mehrwersteuer"? Das wäre natürlich eine Frechheit. Eine Frechheit, die ich nach allem, was uns unsere Wirtschaft bisher schon zugemutet hat, denen durchaus zutrauen würde ...














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